Helena Waldmann

Gute Pässe Schlechte Pässe – eine Grenzerfahrung

In Gute Pässe Schlechte Pässe lotet Waldmann ein Thema aus, das unsere Gesellschaft derzeit bewegt wie kaum ein anderes – Grenzen: „Warum kann ich mich mit meinem guten deutschen Pass völlig ungehindert in 178 Ländern bewegen? Und warum haben Menschen aus anderen Ländern diese Bewegungsfreiheit nicht?“ Wo immer wir uns als Mitglieder einer bestimmten Gruppe definieren, grenzen wir andere aus. Dieser Mechanismus ist so tief in uns verwurzelt, dass er uns wie selbstverständlich erscheint. Eine feste Identität verleiht Halt und Orientierung. Das Fremde, das Unbekannte bleibt auf Abstand. Wollen wir das? Gleichzeitig sehnen wir uns danach, Grenzen zu überwinden, sie aufzubrechen, um Neues zu entdecken.

 

Im Mittelpunkt von Gute Pässe Schlechte Pässe – und ebenso zentral auf der Bühne – steht eine Mauer aus Menschen, die zwei sehr unterschiedliche Ensembles, eine zeitgenössische Tanzkompanie und eine aus der Welt des Nouveau Cirque, voneinander trennt. Waldmanns Protagonisten: dreißig Menschen – Tänzer und Akrobaten, Mauerbauer und Mauerschauer, Hiesige und Fremde. Auch wenn die Bühne sie eint, entstehen verschiedene Lager, verhärten sich die Fronten.

 

Gerade in einer globalisierten Welt gilt: die einmal errichtete kulturelle Differenz scheint umso nötiger zu werden, je deutlicher wird, dass die Grenze gar nicht oder nur virtuell existiert. Die Sehnsucht nach einer geschlossenen Gesellschaft führt zur Heiligsprechung ihrer eigenen Sprechweisen und ihrer eigenen Traditionen, selbst wenn beide Nationen vor Minuten kein anderes Ziel kannten als ihre Grenzen zu überwinden.

 

Der Pass, seine Gültigkeit, sein Ansehen, die Bewegungsfreiheit, die er garantiert oder nimmt, er ist nur der erste Repräsentant des Nationalismus, den wir alle mit uns führen.

Gute Pässe Schlechte Pässe

Aufführungen: 10. und 11. November 2017, 20:00 Uhr, Dauer: ca. 60 Minuten // Theaterhaus Jena

Eintritt: voll 20 € // ermäßigt 16 €

 

Tanzregie, Bühne und Konzept: Helena Waldmann // Mit: Sara Enrich Bertran, Chris Jäger, Antonia Modersohn, Tjorm Palmer, Lysandre Coutu-Sauvé, Declan Whitaker, Carlos Zaspel und 20 Mauerbauern // Dramaturgie und musikalische Konzeption: Tobias Staab // Musik : Mika Vainio, Arne Deforce, Jean-Philippe Rameau, Richard Wagner // Kostüm: Judith Adam // Licht: Herbert Cybulska // Probenleitung: Johanna Hwang // Technische Leitung: Carsten Wank // Lichttechnik: Carsten Wank, Jörg Bittner // Tontechnik: Stephan Wöhrmann , Matthias Hirzel

 

Eine Produktion von Helena Waldmann und ecotopia dance productions.

 

Diese Veranstaltung wird ermöglicht durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ im Rahmen der Gastspielförderung Tanz aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie der Kultur- und Kunstministerien der Länder.

 

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10 + 11 Nov

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