Maura Morales

Wunschkonzert

„Wir haben sämtliche Wahrheiten gegen uns. Aber wir setzen unser Leben fort, weil wir sie einfach hinnehmen und uns weigern, die nötigen Schlüsse zu ziehen.“ (Cioran: Lehre vom Zerfall)

Ein Stück in „Schwarzweiß“ über Anonymität und seelische Leere.

Die Hoffnungslosigkeit des realen Lebens, voller beschnittener, ungelebter Träume und Zurückweisungen, steht neben einer Traumwelt, in der, wenn auch nur aus weiter Ferne, das Aufbegehren und der Wunsch, sich selbst zu finden und sogar Freude und Lebenslust, existieren.

Beide Welten geraten in Bewegung, sie berühren sich und es entsteht ein neuer Raum, grau, tonlos, vollkommen isoliert und ohne Türen. Dort, zum Greifen nah und doch unerreichbar, treffen soziale Realität und magischer Realismus aufeinander und lauschen dem „Wunschkonzert“.

„Wunschkonzert“ ist nach dem Publikumsliebling „Ella“ bereits das zweite Solo von Maura Morales, was in Jena im Rahmen des Tanzfestivals aufgeführt wird. Die Kernfrage für die Choreographin und Tänzerin im Entstehungsprozess war: Wie kann man aus einem Theaterstück, in dem weder Text noch Gedanken vorkommen, ein Tanzstück machen, welches all das darstellt, was nicht gesagt wird. Das Ergebnis war das Bild einer neurotischen, besessenen, einsamen und „kakerlakischen“ Frau.

Choreographie/Tanz: Maura Morales
Bühnenbild: Claudio Capellini
Dramaturgie: Claudia Küppers
Lichtdesign: Niko Moddenborg
Musik: Michio
Kostüm: Thi Nga Nguyen

Dienstag, 17.11.2015 · 20:00 Uhr
Theaterhaus Jena · Dauer: ca. 45 Minuten